Wappen und Motive von Eussenheim

Heußlein von Eußenheim

Die nachfolgenden Ausführungen sind Aufzeichnungen von Frau Maria Lang entnommen, die viele Jahre in Eußenheim als Lehrerin tätig war. Ihre Aufzeichnungen mit dem Titel „Pfarrei und Pfarrkirche in Eußenheim" werden in der Lehrerbücherei Eußenheim unter Nr. 426 aufbewahrt.

Sie schrieb unter der Überschrift „Grabplatte eines Hans von Eussenheim in der Pfarrkirche aufgestellt“ den nachfolgenden Beitrag.

In der Ahnenreihe der Heuslein von Eussenheim wird Otto Huzzlin anno 1100 genannt, sein Sohn Anton Huzzlin als Ministeriale Wirzeburgensis anno 1143. Diese Angabe ist entnommen dem „Geschlechterregister der  reichsfrei und unmittelbaren Ritterschaft in Franken“ von Johann Gottfried Biedermann.

Die Heuslein, später von Eussenheim genannt, hatten im 14. Jahrhundert das Grasmarschallamt des Hochstiftes als lehen inne. Es oblag ihnen hauptsächlich die Sorge der Wiesenmahd und das Futteramt des fürstlichen Hofes (Aus: Kunstdenkmale des Königreiches Bayern, Band Karlstadt, 1912). Dem ältesten Lehenbuch des Hochstifts Würzburg (bearbeitet von Hermann Hoffmann in der Reihe „Quellen und Forschungen zur Geschichte des Bistums und Hochstifts Würzburg“) ist zu entnehmen, dass die Heuslein von Eussenheim für ihre Dienste reich belehnt waren. Im 16. Jahrhundert siedelten die Heuslein von Eussenheim nach Bad Kissingen über. Erst die Renovierung der Pfarrkirche 1981 brachte ein neues Moment ihrer Anwesenheit in Eussenheim zu Tage. In diese Renovierung war auch eine Sanierung des Fußbodens einbezogen. Beim Ausheben der Erde fand man auf der rechten Seite des Kirchenschiffes eine Grabplatte aus grünem Sandstein. Sie ist stark abgetreten. Innerhalb des Schriftbandes ist nur noch zu lesen: ...Hans von Eussenheim Heuslein ge...a (?) CCCCLXXXI. Von den Wappen in den vier Ecken sind nur zwei zu erkennen: links oben das Wappen der Heuslein, die drei Rosen, links unten ein Pferdekopf, das Wappen des Adelsgeschlechtes der Zobel. Dargestellt ist eine Mannesfigur mit Mantel, haubenähnlichem Hut (evtl. auch Haartracht), Reitstiefeln mit Sporn. Die linke Hand umfasst das Schwert, die rechte hält eine Gebetsschnur, die Vorläuferin des heutigen Rosenkranzes. Sie deutet hin auf die Zugehörigkeit zur 1418 gegründeten Mariä Opferungsbruderschaft.

Es ist anzunehmen, dass das Adelsgeschlecht der Heuslein von Eußenheim an der Pfarrkirche eine eigene Begräbnisstätte hatte, sowohl an der ersten romanischen Kirche als auch in dem 1450 erbauten Gotteshaus, das 1615 abbrannte. Auf der Grabplatte  sind rote Flecken zu erkennen, die von der Einwirkung des Feuers herrühren. Nach dem Brand wurde die Pfarrkirche im größeren Stil errichtet. Es musste vor allem auf der Westseite das abschüssige Gelände aufgefüllt werden. Hierzu versenkte man auch Grabplatten in den Fußboden der Kirche, denn, wie oben gesagt, siedelten im ausgehenden Mittelalter die Heuslein nach Bad Kissingen über und die Verbindung zum Dorf war weithin verloren gegangen. Die aufgefundene Grabplatte ist das einzige historische Zeugnis aus der Zeit ihrer Anwesenheit in Eußenheim.

Der Name Hans von Eussenheim ist im Geschlechterregister einige Male anzutreffen. Da die Jahreszahl auf der Plattenumschrift nicht eindeutig feststeht, ist der auf der Grabplatte Dargestellte nicht genau einzuordnen.

Zur Freude des früheren Pfarrers Anton Heußlein und der Gemeinde wurde die Grabplatte im Chor der Pfarrkirche Eußenheim aufgestellt. Nicht weit davon entfernt, am Eingang zum Turm, ist in der Wand eine Platte eingelassen zur Erinnerung an Karl Josef Philipp Freiherr von Hüttenbach, genannt Heuslein von Eussenheim, gestorben 1927. Er war der letzte Nachkomme des Adelsgeschlechtes der Heuslein von Eussenheim.

Maria Lang

 

Der Text auf der in die Platte am Eingang zum Turm lautet: Karl Joseph Philipp Maria Christ. Adelb. Freiherr Lochner von Hüttenbach gen. Heußlein von Eußenheim Fideikommisbesitzer Badearzt bayer. Stabsarzt der Res. a. D. geb. zu Nürnberg 5.Nov.1868 gest. zu Bad Kissingen 24.Dez. 1927. Er ruhe in Frieden.

Interessant ist, dass Frau Lang Heuslein nur mit einfachem „s“ und Eußenheim mit Doppel „s“ schreibt, während in der Steinplatte sowohl Heußlein als auch Eußenheim mit „ß“ geschrieben sind.

Eine Berichtigung ist zum letzten Satz des Artikels von Frau Lang angebracht, denn der letzte Heußlein ist im Krieg von 1870 gestorben. Allerdings ist er nicht im Krieg gefallen sondern an einer ansteckenden Krankheit gestorben. Sein Pferd ist gefallen. In Eußenheim errinnert das Kriegerdenkmal auf der rechten Seite auf dem Kirchberg an diesen Krieg. Auf diesem Kriegerdenkmal sind alle Kriegsteilnehmer verzeichnet. Die verstorbenen oder gefallenen Teilnehmer sind mit einem Kreuz gekennzeichnet. Auf dem Kriegerdenkmal auf der linken Seite des Kirchbergs (das eigentlich ein Gefallenendenkmal ist) sind die Gefallenen der beiden Weltkriege verzeichnet.

In Eußenheim erinnert der Heußleinsweg in der Siedlung an das Adelsgeschlecht der Heußlein.

Tanja Schaub-Gütling schreibt in ihrer Chronik „Eußenheim Vergangenheit und Gegenwart eines typisch fränkischen Dorfes“ in einem eigenen Abschnitt (2.2.2 ab Seite 40) ausführlich über das Adelsgeschlecht derer zu Heußlein und berichtet auch über die Grabplatte und die Gedächtnistafel.

Interessant ist, dass auch in Würzburg ein Hinweis auf das Adelsgeschlecht der Heußlein von Eußenheim existiert. Am Vierröhrenbrunnen ist auf der Seite zur alten Mainbrücke eine große lateinische Inschrift angebracht in der auch die Heußlein von Eußenheim erwähnt werden (Quelle Pfarrer Anton Heußlein).

Diese Seite wurde erstellt von B. Höfling

 

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