Wappen und Motive von Eussenheim

1. urkundliche Erwähnung von Eußenheim

Die erste urkundliche Erwähnung von Eußenheim steht in der „Traditio Folcgeres“ bei Dronken, Codex Diplomaticus Fuldensis, S. 130 und S. 131, Nr. 254 und belegt den 27. März 811. Der Name des Ortes: luzenheim.

Die Urkunde hat folgenden (lateinischen) Wortlaut -sie ist auch, nach dem Text, als Bild dargestellt-:

254. Traditio Folcgeres

In dei nominee ego Folcer dono atque pro remedio et salute animae meae quicquid proprietatis habeo in uilla nuncupata Iuzenheim in comitatu Uegbaldes in et pago Uuerin -gauue ad sanctum Bonifatium tradiumque in  perpetuum esse uolo et unum mancipium cuius nomen est Suuabhilt in eodem loco. ita igitur haec: omnia trado ut ex hoc die et deinceps in sancti Bonifatii et familiae eius perseuerent dominio nullo quod absit contradiccnte. faca karta traditionis in monasterio Fulda sexto kalendas Aprilis die palmarum anno XLIII. regni Karoli gloriosissimi Regis Francorum. + Brunes cancellarii pui hanc kartulam traditionis regatus scripsit et testibus subter frmauit + Uuago + Hiltiuuig +·Albuuin +·Eburhart +· Eggiolt + Threoeih + Ecco + Suuidger + Egi1uuart + Regiheri + Fruming + Uurmheri + Uuolfboto·+ Uualting.

Diese Urkunde wurde im Auftrag der Gemeinde sowohl von Herrn Pfarrer Stefan Mollner als auch von Herrn Peter Stegmann, Lateinlehrer am Gymnasium in Karlstadt übersetzt. Die beiden Übersetzungen haben sinngemäß den gleichen Inhalt. Die Übersetzung von Herrn Stegmann lautet wie folgt:

In Gottes Namen schenke und übergebe ich, Folcger, zum Heil und zur Rettung meiner Seele, was immer ich an Eigentum im Landgut Iuzenheim in der Gefolgschaft Uuigbaldes und im Gau Uueringauue habe, dem heiligen Bonifatius und ich will, dass es für immer übergeben ist und am selben Ort auch ein Unfreier, dessen Name Suuabhilt ist. So übergebe ich also dies alles, damit es von diesem Tag an und fortan im Eigentum des heiligen Bonifatius und seiner Gemeinschaft verbleibe. Alle dem entgegenstehenden Eigentumsrechte sind hiermit widerrufen. Die Schenkungsurkunde wurde im Kloster Fulda verfasst, am Palmsonntag, dem 27. März, im 43. Jahr der Regentschaft des überaus ruhmreichen Frankenkönigs Karl.

+ Der Kanzler Brun, der, darum gebeten, diese Urkunde schrieb und sie mit den nachstehenden Zeugen bestätigte +Unago +Hiltuuig 4-Albuuin +Eburhart + Eggiolt +Theoleih +Ecco +Suuidger· + Egiluuart + Reginheri + Fruming +Uurmheri + Uuolfboto +Uualting

Hinweis: Der im Text genannte Unfreie ist vermutlich ein unfreier Bauer, der das übereignete Landgut bearbeiten soll.

In der Gemeindechronik von Tanja Schaub-Gütling, die das Jahr 823 nennt, hat sich ein Tippfehler eingeschlichen, sie bezieht sich in ihrer Anmerkung eindeutig auf eine Urkunde von 811. Es handelt sich um das vorstehend beschriebene Dokument. Dieses bleibt auch die einzige „gesicherte“ frühe Quelle zu Eußenheim.

Die Gemeinde hat über den Kreisheimatpfleger Georg Büttner an Herrn Prof. Dr. Helmut Flaschenecker an der Universität Würzburg, Lehrstuhl für fränkische Landesgeschichte eine Anfrage bezüglich der ersten urkundlichen Erwähnung Eußenheims gerichtet. Der Professor bestätigt in seiner Antwort, dass die vorstehend beschriebene Urkunde aus dem Jahr 811 datiert und die einzige „gesicherte“ Quelle zu Eußenheim bleibt.

In der „Traditio Folcgeres ist nur wenige Seiten weiter unter Nr. 263 Die Schenkung des Nahband dokumentiert. Diese bezieht sich auf eine Schenkung von drei Joch (Ackerland) im Landgut Obasesfeld und im Landstrich/ Gau, Ascfeldun. Mit dem Landgut Obasesfeld ist der Gemeindeteil Obersfeld in der Gemeinde Eußenheim gemeint, der am 03.09. und 04.09.2011 ebenfalls seine erste urkundliche Erwähnung vor 1200 Jahren feiert. Besuchen sie dazu auch die Internetseite des Ortsteils Obersfeld unter: www.1200jahre-obersfeld.de/.

Zusammengestellt von B. Höfling

Seite 130 aus Dronken, Codex Diplomaticus Fuldensis
Seite 131 aus Dronken, Codex Diplomaticus Fuldensis

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