Wappen und Motive von Eussenheim

Dreikönigssingen

Die Dreikönigssingers von 1986
Die Dreikönigssingers von 1986

Aufgeschrieben von B. Höfling

Das Dreikönigssingen, das auch heute noch jeweils am 6.Januar stattfindet, ist altes kirchliches Brauchtum. Die Ministranten ziehen in mehreren Gruppen von Haus zu Haus. Jede Gruppe, bestehend aus den 3 Königen, hat einen Teil des Ortes zugewiesen bekommen. Zu meiner Zeit als Ministrant (1958 bis 1968) wurde im Hausgang folgender Text gesprochen und gesungen:

Kaspar: Glück im Haus alles Böse weiche aus. Alles Gute komme rein. Mein nächster Bruder trete ein.

Melchior: Glück im Haus alles Böse weiche aus. Alles Gute komme rein. Mein jüngster Bruder trete ein.

Balthasar: Glück im Haus alles Böse weiche aus. Alles Gute komme rein, nun wollen wir beisammen sein.

Zusammen: Die heiligen drei Könige sind hochgeboren, sie reiten daher mit Stiefel und Sporen, sie reiten vor König Herodes Haus, Herodes schaut zum Fenster heraus: Kehrt ein, kehr ein, ihr Weisen drei, ich will euch geben Stroh und Heu, ich will euch geben einen gedeckten Tisch, wenn ihr mir sagt, wo das Jesulein geboren ist.

Doch Kaspar spricht: Nein, nein, Herodes, das kann nicht sein, wir dürfen nicht rasten, wir dürfen nicht ruh´n, wir müssen heut noch nach Betlehem zu.

AlIe singen: Im Namen des lieben Jesulein treten wir in dieses Haus herein, wir treten herein ohn allen Spott, einen guten Abend gebe euch Gott; einen guten Abend, eine fröhliche·Zeit hat euch der Herr im Himmel bereit. Den Herren, den wollen wir loben und ehr´n, wie die heiligen Weisen mit dem Stern, auf, nach Betlehem, nach Davids Stadt, da wo Maria geboren hat; sie hat gebor´n ein Kindelein, das ist das liebe Jesulein.

Der Diener: Ich ho gehört ihr höbt geschlacht und höbt so große Würst gemacht, gebt uns von der lange, die kurze last ihr hange. (Damit baten die Dreikönige um eine Spende in den Sack des Dieners).

In den Sack des Dieners steckten früher die Leute Äpfel, Nüsse, Würste oder Süßigkeiten. Die Singer teilten·die Gaben unter sich. Zu meiner Zeit erhielten die Ministranten vielfach Süßigkeiten, Schokolade, Pralinen und Geld. Die Sachgeschenke wurden aufgeteilt und das Geld zu einem Teil in die Ministrantenkasse eingezahlt, der Rest wurde für die Mission gespendet. Die Ministrantenkasse wurde dann zum Ende des Ministrantenjahres (1.Mai) aufgeteilt.

Heute wird die Ministrantenkasse aus anderen Quellen aufgefüllt und dafür das gesamte Geld für eine bestimmte Aktion verwendet. Im Jahr 2011 lautete das Motto der Aktion: Kinder zeigen Stärke.

Zum Abschied schreibt einer der Könige den Segensswunsch C*M*B eingerahmt von der jeweiligen Jahreszahl mit geweihter Kreide an Türsturz der Haustüre. Die Bedeutung der Buchstaben C, M und B wird als Abkürzung der lateinischen Worte „Christus mansionem benedicat“ oder zu deutsch „Christus segne dieses Haus“ gedeutet (und ist nicht die Abkürzung für Caspar, Melchior, Baldasar).

B. Höfling

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